Als 1945 die Alliierten deutsche Konzentrationslager befreiten, waren auch Filmteams dabei. Aus englischem und russischem Material sollte noch 1945 ein Dokumentarfilm entstehen. Der britische Independent berichtete gestern darüber. Sidney Bernstein (1899-1993), jüdischer Unternehmersohn, selbst sehr erfolgreich mit Immobilien, Verlagen, Kinos, Supermärkten, Bowlingbahnen, außerdem Sozialist und enger Freund von Alfred Hitchcock, war der Organisator der Arbeiten für den Film. In die Vorbereitungen dazu involvierte Bernstein auch Alfred Hitchcock. Wie weit, weiß man nicht. Jedenfalls hat er mindestens Teile des Materials gesehen. Der Kameramann, der in Bergen-Belsen gedreht hatte, berichtete Jahre später, Hitchcock sei von den Aufnahmen so schockiert gewesen, dass er eine Woche lang nicht wieder ins Studio kam. Der Film wurde weitgehend fertiggestellt – den eingelesenen Text sprach der vor allem aus dem „Dritten Mann“, „Gandhi“ und „Camelot“ bekannte Schauspieler Trevor Howard (1913-1988) – aber nie gezeigt. Fünf der ursprünglich sechs Rollen liegen seit Ende der 40er-Jahre im Imperial War Museum in London. Nicht alle. Bei manchen der vorhandenen fehlt auch der Ton.

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