Der Vater ist mit seiner Sekretärin auf und davon. Nun lebt der 13-jährige Henry allein mit seiner Mutter. Und dass es Adele nicht gut geht, ist nicht nur ihr, sondern auch dem Haus anzusehen. Wann wurde hier wohl das letzte Mal gekocht, aufgeräumt, geputzt? Wann hat Adele sich zuletzt die Haare gewaschen? Es scheint schon eine Weile her, doch die sich bereits im Äußeren manifestierende Depression wird jäh unterbrochen, als Adele am Freitag vor einem Feiertagswochenende im Jahr 1987 im heimischen New Hampshire zum Einkaufen fährt mit Henry und ein fremder Mann die beiden zwingt, ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen. Frank ist ein entflohener Sträfling.

Mit „Labor Day“ hat der US-amerikanische Regisseur Jason Reitman den im Englischen gleichnamigen Bestseller von Joyce Maynard (dt.: Der Duft des Sommers) für das Kino adaptiert. Wer nun einen Film in der Art der Teenager-Dramödie „Juno“ oder der Arbeitsweltstudie „Up in the Air“ erwartet, wird indes überrascht sein und sich vielleicht getäuscht sehen. Denn während Jason Reitmans frühere Filme wunderbar mühelos, von lakonisch bis ironisch zwischen Komödie und Alltagsdrama vermittelten, neigt sich „Labor Day“ stark den dunkleren Genres zu: der Tragödie und sogar dem Thriller – wobei das Ende dieses Films wiederum so überraschend ausfällt, dass es hier natürlich keinesfalls verraten werden soll.

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