Sie hat sich gerade mit Freunden das TV-Duell zwischen US-Präsident Barack Obama und Mitt Romney angesehen und ihre Fans zum Wählen ermuntert. Davor hat sie ihre Anhänger, die sie traditionell mit „Hallo Monster“ anspricht, auf die neuen Entwürfe des Designers Hedi Slimane hingewiesen. Und sie hat ein Foto von sich im Mailänder Apartment von Gianni Versace gepostet – es ist so einiges los bei Lady Gaga auf Twitter.

Die wichtigste Nachricht über die Sängerin suchen Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes allerdings vergeblich, zumindest im Profil der 26-Jährigen. Sie hat ihrem Ruf als Königin der Online-Netzwerke nämlich alle Ehre gemacht und in der Nacht zum Donnerstag als erster Mensch die Marke von 30 Millionen Followern durchbrochen – also Fans, die ihren Nachrichten, Gedanken und Links auf Twitter folgen.

Justin Bieber auf Platz zwei

In dieser Liga sind nordamerikanische Musikstars unter sich: Auf Platz zwei folgt Justin Bieber mit knapp 28,6 Millionen Followern vor Katy Perry mit gut 27,3 Millionen, Rihanna versammelt 26,1 Millionen Fans, Britney Spears 20,8 Millionen.

Sie gehören zu der stetig wachsenden Zahl Prominenter, die Twitter als Kommunikationskanal mit ihren Fans nutzen. Bei Twitter kann jeder Textnachrichten von bis zu 140 Zeichen sowie Links zu Bildern, Videos oder Webseiten absetzen, sie können von allen gesehen werden. Zum Follower wird man, indem man den Nachrichtenstrom eines Nutzers abonniert.

Mehr als 500 Millionen registrierte Mitglieder hat Twitter mittlerweile, davon sind 140 bis 170 Millionen regelmäßig aktiv. Diese Nutzer können die Prominenten unkompliziert und direkt erreichen – und damit experimentieren, dass die Nachrichten und Fotos direkt aus dem Privat- und Seelenleben der Prominenten stammen. Obwohl es ein offenes Geheimnis ist, dass die Texte mitunter von Assistenten oder PR-Spezialisten verfasst und veröffentlicht werden.

Mehr Traffic freut Twitter

Doch tatsächlich twittern viele Prominente wie Schauspieler und Start-up-Investor Ashton Kutcher (12,6 Mio) oder Tennis-Legende Boris Becker (121.000) selbst. Twitter ist zuletzt verstärkt auf Personen des öffentlichen Lebens zugegangen, um für sich zu werben. Zwar kommt es mitunter zu mittelgroßen Kommunikations-Unfällen, wenn sich etwa bei den Olympischen Spielen in London eine griechische Athletin freimütig und abfällig über Migranten äußert. Sprinter Usain Bolt dokumentierte den nächtlichen Besuch schwedischer Handballerinnen in seinem Zimmer per Foto. Unangenehm ist das höchstens für die Beteiligten – Twitter freut sich über mehr Traffic.

Schon vor zwei Jahren hatte Lady Gaga die anfängliche Twitter-Spitzenreiterin Britney Spears überholt. Sie überwand auch als erste die Marke von zehn Millionen Followern im Mai 2011 und von 20 Millionen im März dieses Jahres. US-Präsident Barack Obama, dessen TV-Debatte mit Romney Lady Gaga verfolgt hat, kommt immerhin auf ebenfalls beachtliche 20,5 Millionen Follower. Zumindest hier wird Romney auch auf absehbare Zeit chancenlos gegen den Amtsinhaber bleiben – er hat lediglich 1,2 Millionen Abonnenten. (mam/dpa)