Gute Filme bieten verschiedene Ansichten. Benoît Jacquots „Leb wohl, meine Königin!“ war der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, und im Rahmen dieses Festivals verstand man ihn als politischen Film: als Ansicht der Französischen Revolution von 1789 aus einer zugleich privilegierten wie untergeordneten Perspektive. Die Geschichte spielt in Versailles, wird aber aus der Perspektive der Vorleserin von Königin Marie Antoinette erzählt. Aus Sidonies Sicht, aus ihren Beobachtungen in Gängen und Sälen, ihren Gesprächen mit der Königin, höheren und niederen Chargen erscheint das historische Geschehen unübersichtlich und daher bedrohlich: Es geht etwas vor da draußen, das die bestehende feudale Ordnung ohne Angst vor dem Chaos stürzt. Und dieser Eindruck macht den Film unangenehm aktuell.

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