Am Anfang war ein Witz. Gegründet wurde der Verbrecher Verlag vor 18 Jahren „aus Lesegier“ und eigentlich als launiger Scherz. Die 25-jährigen Studenten der Literaturwissenschaft, Jörg Sundermeier und Werner Labisch, schrieben Autoren an, um an deren Manuskripte zu kommen, von denen sie gerüchteweise gehört oder gelesen hatten, die aber absehbar nicht veröffentlicht wurden. Um sich selbst aus der moralischen Verpflichtung zu stehlen, das eintreffende Zeug dann wirklich zu veröffentlichen, wählten sie „Verbrecher Verlag“ als Namen. Wer seine Manuskripte einem solchen Verlag anvertrauen würde, wäre ja wohl selber schuld. Im Briefkopf stand lange ein fiktives Zitat von Jakob Michael Lenz: „Denn Verbrechen schafft Gerechtigkeit.“ Das erste Buch der Pseudo-Verleger kam 1995 eher zufällig und aus purer Naivität zustande: Es war Dietmar Daths „Cordula killt dich! Oder: Wir sind doch nicht die Nemesis von jedem Pfeifenheini“.

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