Blick auf der Stapel der nominierten Bücher. 
Foto: Leipziger Buchmesse

BerlinStatt Reis und Nudeln lieber Bücher zu hamstern, gehört zu den originellen Ratschlägen dieser Tage. Auf den entsprechenden Kanälen im Internet kursieren Empfehlungslisten dafür. Empfohlen durch eine leseerfahrene Jury sind die fünfzehn Titel-Anwärter für den Preis der Leipziger Buchmesse. Dessen Verleihung am Donnerstag, ab 16 Uhr, in der Glashalle des Messegeländes wäre eigentlich ein Höhepunkt dieser Woche gewesen.

Preisverleihung bei Deutschlandfunk Kultur

Nun trifft sich die Jury am verabredeten Tag bereits ab 9 Uhr zum öffentlichen Gespräch beim Deutschlandfunk Kultur in Berlin zur Sendung „Lesart – das Literaturmagazin“ und wird den Büchern auf diese Weise zu Aufmerksamkeit verhelfen. Ein anderer Radiosender, MDR Kultur, organisiert eine „virtuelle Buchmesse“ von seinem Studio in Halle aus und lädt Autoren wie Nora Gomringer, Marina Frenk und Ingo Schulze den ganzen Sonnabend über zum Gespräch. Der Sender betätigt sich auch als Dienstleister für Leser und listet auf seiner Webseite die Veranstaltungen auf, die dennoch stattfinden. Dazu gehören ein Abend mit Absolventen des Literaturinstituts am Freitag mit Synke Köhler, Kerstin Preiwuß und Katja Oskamp.

Gäste aus Tschechien sind wieder da

Und die Connewitzer Verlagsbuchhandlung bietet den ganzen Sonnabend über ihr geplantes Programm in Specks Hof an. Titel: „Leipzig liest trotzdem“. Das Team des Buchmesse-Gastlands Tschechien vom vergangenen Jahr hatte eigentlich vor, diesmal zu zeigen, was aus den  auf der Messe geknüpften Kontakten geworden ist. An fünf Leseterminen in der Innenstadt hält es fest.

Wenn Literaturblogger jetzt vor allem Titel aus kleinen Verlagen empfehlen, helfen sie denen, die vom Ausfall des Branchentreffens besonders betroffen sind. Am schlimmsten allerdings ist es für den Buchmessestandort Leipzig an sich, der sich nach der deutschen Vereinigung in der Konkurrenz zu Frankfurt am Main nur durchsetzte, weil diese Messe zum Leserfest wurde.