Verbal watschte die bayerische Kabarettistin den Ex-Bundespräsidenten und den ZDF-Mann Lanz ab. Gute Boulevardsatire ohne Schonwaschprogramm! Mit Wulff kam da fast Mitleid auf, muss der doch zurück „in den leberwurstfarbenen Klinkerhorror nach Großburgwedel“, alles, was ihm wirklich gehört, passt „in eine Tupperdose“ und der letzte, der so lange für seinen Rücktritt gebraucht hat, war Jopi Heesters. Drei Minuten, drei große Lacher und Monika Gruber hatte ihr Publikum.

Ein Mal im Monat dienstags führt „Leute, Leute!“ die Satireschiene im ZDF weiter und setzt damit fort, was mit „Neues aus der Anstalt“, „heute show“ und „Pelzig rhält sich“ begonnen wurde. Monika Gruber moderiert und setzt mit ihren Stand ups die Höhepunkte.

Andreas Bursche berichtet vom Roten Teppich, diesmal der Berlinale, und beweist, dass Prominente auch auf die dümmsten Fragen antworten, und Denzel Washington selbst dann Autogramme schreibt, wenn man ihn als Morgan Freeman anspricht.

Die Trennung von Heidi Klum („Die weiße Massai aus Bergisch-Gladbach“) und Seal führt zum Disput zwischen Monika Gruber und Elke Euler, die als Reporterin in Heidis Heimatort von all den Vorzügen des „maximalpigmentierten Mitbürgers“ Seal schwärmt.

Sebastan Pufpaff (heißt wirklich so) gibt als Lifestylecoach Imagetipps für Christian Wulff. Und David Werker fragt Kölner Karnevalisten wie sie denn den Lanz so finden. Welchen Lanz?

Das ist ganz nett, aber noch etwas behäbig – flotter wird es mit Maren Kroymann als Society-Expertin „Idylle Seichtenberg“, die nicht von ungefähr so ähnlich heißt wie die Echte, Sibylle Weischenberg. Und richtig gut ist Oliver Kalkofe, mit dem Monika Gruber den RTL-Bettschälla, „The Bachelor“ also, auseinandernimmt.

David Beckham, Fritz Wepper, Lothar Matthäus - alle kriegen was ab

Alte Väter kommen noch dran, und David Beckham, Fritz Wepper, Lothar Matthäus, ja selbst die ZDF-Berlinale-Reporter kriegen eins drauf. Und Christine Neubauer. Deren Werbung für eine bekannte Abnehm-Vereinigung samt Werbespot, in dem sie sich im roten Kleid um sich selbst dreht, drängt Monika Gruber die Frage auf: „Was lehren die da? Das Prinzip Döner? So lange drehen, bis das Fleisch weg ist?“

Da macht sie lieber selbst einen Werbefilm – „Fette Kohle, mach ich“ über Promis, die die Leute mit Diätwerbung abzocken.

Sie selbst, sagt Monika Gruber, sei ja flachbrüstig, noch flacher als ihre Witze, sie habe Krähenfüße – und trotzdem ihre eigene Sendung. Wie das? „Hochgeschlafen“. Wie Markus Lanz das wohl gemacht hat, dass er „Wetten, dass..?“ erben darf? Als „Assistentin“ okay, aber als Moderator? „Wenn auf dem Kreuzfahrtschiff der Kapitän ausfällt, lässt man ja auch nicht den Bordfriseur ans Steuer“, findet Monika Gruber. Ihre Sprüche sitzen.

In zwei Wochen gibt es die nächste „Leute, Leute!“-Sendung. Wer da wohl abgewatscht wird? Joachim Gauck vielleicht, der Nachfolger. Und Thomas Gottschalk, der Vorgänger? Der bekam diesmal auch schon was ab: „In den letzten drei Wochen haben mehr Leute den Yeti gesehen als Gottschalk. Und dessen Höhle war bestimmt besser eingerichtet.“