In diesem Jahr der Pandemie haben wir alle unsere Nachbarn besser kennengelernt. Verreist ist kaum jemand, Urlaube fanden im eigenen Garten oder auf dem Balkon statt, sodass Partys und Streit kaum unbemerkt blieben. Da ist es höchste Zeit, Julia Decks Roman aus einer Pariser Mustersiedlung zu lesen: „Privateigentum“.

Das hübsche Buch aus der in rotes Leinen gebundenen Salto-Reihe von Wagenbach ist der dritte Roman der 1974 in Paris geborenen Autorin, der auf Deutsch erschienen ist. Die Übersetzerin Antje Peter gibt diesen Ton des französischen Bildungsbürgertums, in dem der Höflichkeit oft ein Tropfen Gift beigemengt ist, fein wieder. Apropos Gift: Der erste Satz des Buches macht auf Scheußliches gefasst. „Ich fand es falsch den Kater zu töten – ganz allgemein und auch in diesem speziellen Fall –, als du mir sagtest, was du mit dem Kadaver anstellen wolltest.“ Die Erzählerin weist noch auf derselben Seite darauf hin, dass sie die Ankündigung für eine Provokation hielt.

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