Die Domäne des Weltraums war lange von Science Fiction besetzt, dem Zwittergenre aus Astrophysik und Sternenmystik. Da oben konnte man, wie Ursula K. LeGuin oder Stanisław Lem, horrende oder friedvolle Zustände jenseits des gewohnten Erdenlebens projizieren und Reisen in vergangene und künftige Zeiten starten. Space Poetry, eine jüngere Event-Form, greift Expeditionen von Giordano Bruno und Cyrano de Bergerac über Matthias Claudius bis Rolf Dieter Brinkmann und Durs Grünbein auf, die als Nächstliegendes den Mond ins Visier nahmen. Da war aber noch mehr: „Überfließende Himmel verschwendeter Sterne/ prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen/ weine hinauf…“ dichtete Rainer Maria Rilke, und Lydia Daher träumt hinauf: „Mit einer einzigen Verszeile möchte ich vom Küchentisch aus auf dem Jupiter landen.“

Der Gedichtband von Dana Ranga kommt da fast prosaisch daher. Die als freie Schriftstellerin in Berlin lebende Rumänin ist mit Filmen über Astronauten und Kosmonauten bekannt geworden: „Story“ hieß die 2003 entstandene Dokumentation über den Vollblutraumfahrer Franklin Story Musgrave, der in den 80er-Jahren fünfmal in Space Shuttle-Missionen unterwegs war. Es folgte 2007 ein Film über den russischen Ausnahmekosmonauten Waleri Wladimirowitsch Poljakow, der als Bordarzt 438 Tage nonstop im All verbrachte.

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