Ada, die titelgebende Figur in Sharon Dodua Otoos Romandebüt, verliert 1459 im Küstendorf Totope, das im heutigen Ghana liegt, ihr Baby. Sie wird von einer alten Frau geschlagen und später von einem Portugiesen erschossen. Ada lebt aber auch 1848 in London und ist dort leicht als Ada Lovelace zu erkennen, die erste Programmiererin der Welt, eines der vielen ausgebremsten weiblichen Genies. Dann gibt es Ada aus Polen, die im Konzentrationslager Mittelbau-Dora zur Prostitution gezwungen wird. Und schließlich wäre da die Ada der Gegenwart, eine schwangere Informatikerin aus Ghana, die in Berlin eine Wohnung sucht und Rassismus findet.

„Adas Raum“ erzählt also nicht von einer, sondern von vier Frauen und präsentiert harte, teilweise verwirrende Szenen: Warum schlägt eine zahnlose Afrikanerin eine jüngere Frau, und zwar eine, die gerade ihr totes Kind betrauert? Was hat es mit der Zwangsprostitution im KZ auf sich? In welchem Verhältnis standen die weiblichen Gefangenen im Lagerbordell zu den männlichen, die zu ihnen kamen? Und was sagt uns die begüterte und begabte Lady Ada in London, die letztlich eine Gefangene ihres Mannes ist? Was sagen ihr Geliebter Charles Dickens, der sie konsequent unterschätzt, was ihre Zofe, deren Familie in Irland verhungerte?

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