Die späte Kälte ist ein guter Moment, um vor der Gartensaison in ein paar anregenden Büchern zu blättern: Wer mit klaren Linien und Akkuratesse liebäugelt, sollte sich „Noch mehr Gärten des Grauens“ anschauen. Es ist ein zweites „Best of“ des gleichnamigen Internet-Auftritts von Ulf Soltau, der Bilder von Schottergärten sammelt und veröffentlicht. Sie zeigen lebensfeindliche Steinwüsten, eintönig grau oder mit peniblen Mustern aus unterschiedlichen Schotterqualitäten, oft mit Beton- oder Plastikfiguren, einsamen Koniferen und dicken Felsbrocken verziert.

Im Vorwort erzählt Soltau vom unerwarteten Erfolg seiner Facebook-Seite, die mit solchen Fotos und viel Humor auf einen unsäglichen Gartentrend aufmerksam machte: Viele Kommunen, ja ganze Bundesländer haben inzwischen die Garten-Verschotterung verboten. Denn Steine statt Grün sind keine reine Geschmacksfrage, Soltau fasst das Problem so zusammen: „Schottergärten sind ökologisch tot, bieten weder Insekten noch Vögeln Unterschlupf oder Nahrung, sie töten das Bodenleben und stören so den Wasserkreislauf. Sie tragen nicht zur Luftreinhaltung und Lärmdämmung bei. Ihnen fehlt der kühlende Effekt Wasser transpirierender Grünflächen.“

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