Am Wochenende in Frankfurt am Main gibt es Cevapcici. Manchmal auch Schläge, wenn Alem den Freund seiner Mutter bei „Mensch  ärgere dich nicht“ besiegt und dieser frustriert und betrunken genug ist, alle Hemmungen zu verlieren. Unter der Woche serviert Marianne dem Kind Rinderbraten mit Rotkohl, Eisbein mit Sauerkraut. Anschließend gucken sie „Dalli, Dalli“ mit Hans Rosenthal. „Für einen Juden ganz ordentlich“, sagt Robert, Mariannes Mann, Alems deutscher Vater. Zwischen zwei Welten, zwischen zwei Kulturen – für Alem Grabovac gilt das mehr als für alle, die sich in den vergangenen Jahren literarisch mit ihrer migrantischen Herkunft auseinandergesetzt haben.

Alem, das ist Alem Grabovac, geboren 1974 in Würzburg, Journalist, Prenzlauer-Berg-Bewohner, Familienvater und Sohn von Smilja, die aus einem bitterarmen Dorf in den kroatischen Bergen stammt. Sein Roman „Das achte Kind“ ist eine transkulturelle Coming-of-Age-Geschichte, seine eigene. Ein Roman, den er selbst eine Autofiktion nennt, weil er seine Biografie mit einer fiktionalen Handlungsebene ergänzt.

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