Berlin - Wolf Biermann kommt aufs Podium im Humboldt-Saal der sanierten Staatsbibliothek und sagt, der Worte seien genug gewechselt. Als er dann aber doch ein bisschen redet, meldet sich eine kritische Stimme aus dem Saal. Die darf das. Zumal gerade sie gepriesen wird. Pamela Biermann hat offenbar nicht geringen Anteil daran, dass am Dienstagmittag die Übergabe des Archivs des Liedermachers und Dichters an die Staatsbibliothek gefeiert wurde. „Seit 1983 hat sie hinter meinem Rücken, nicht gegen meinen Willen, aber ohne mich zu fragen, alles ordentlich aufgehoben.“ 120 Kisten mit Briefen, Notizen, Ideenskizzen und Tagebüchern.

Und noch jemanden muss Wolf Biemann dringend erwähnen, bevor er wirklich zu singen beginnt. Dem Schriftsteller und Naturschützer Reimar Gilsenbach sei es auch zu verdanken, dass seine Tagebücher, die er seit dem 18. Lebensjahr geführt hatte, zusammengeblieben sind. 1976, nicht lange vor seiner Ausbürgerung aus der DDR anlässlich des Konzerts in Köln am 13. November, hatte er ihm von seiner Sorge erzählt, die Aufzeichnungen könnten in die Hände der Staatssicherheit gelangen. „In einem riesigen Suppenkübel der Nationalen Volksarmee, mit Gummidichtung und Schraubverschluss geschützt, hat er die Tagebücher in seinem Garten in Brodowin an der Oder vergraben.“

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