Berlin - In unserer Gesellschaft ist es wichtig, als jung zu gelten. Die Formulierung „alte weiße Männer“ ist zu dem Negativattribut schlechthin geworden, aber wie steht es um alte weiße Frauen? Die Schweizer Literaturkritikerin Sieglinde Geisel trifft sich am Donnerstag mit der 98-jährigen österreichischen Autorin Ilse Helbich zum Online-Gespräch des Berliner Literaturhauses, moderiert von Simone Schröder. Die Bücherfrage der Woche an Sieglinde Geisel lautet: Was wollen Sie von der alten Dame lernen?

Da fällt mir einiges ein. Ilse Helbich ist eine der erstaunlichsten Schrifttellerinnen überhaupt. Sie hat 2003 mit 80 Jahren ihren ersten Roman veröffentlicht und seither ein knappes Dutzend Bücher: Erzählungen, Gedichte, Notizen. Ich bin noch am Anfang der Entdeckung dieses Werks und bin total beeindruckt. Der Erzählband „Diesseits“, der im vergangenen Jahr erschienen ist, hat einen ganz eigenen Ton, sehr konzentriert, sehr aufmerksam und dabei geradezu explosiv. Von so jemandem würde ich gerne lernen, wie man es schafft, im Alter neue Dinge anzufangen, wie man neugierig und lebendig bleiben kann.

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