Berlin - Aus 230 Titeln wurden mit der Verkündung von Dienstagvormittag sechs. Am Abend des 18. Oktober wird schließlich nur noch einer übrig sein: Dann kürt die Jury aus der Sechserrunde den Gewinner des Deutschen Buchpreises 2021. Das ist eine sehr spannende Angelegenheit für die Autoren, da die Auszeichnung nicht nur mit 25.000 Euro verknüpft ist, sondern auch noch jede Menge Aufmerksamkeit bringt. Hinzu kommt der Bestsellerstatus, zumindest zeitweise – je nachdem, wie sich das Buch danach durch Mund- und Buchhändlerpropaganda beim Publikum durchsetzt. Nach wie vor gilt der Deutsche Buchpreis bei vielen als Maßstab für das, was man lesen soll.

Insgesamt 125 Verlage hatten 197 deutschsprachige Romane zur Prüfung eingereicht, die Jury orderte zusätzlich 33 Titel nach. Im August kam die zwanzig Bücher umfassende Longlist heraus, Grund zur Freude und zum Augenreiben. Ein durchaus beachtungswürdiger Kreis war da zusammengekommen, manche Lücken fielen aber sofort ins Auge: Jenny Erpenbecks bisher bestes Buch „Kairos“ fehlte ebenso wie Eva Menasses Roman „Dunkelblum“, auch Lukas Rietzschels „Raumfahrer“ wurde von den Juroren zugunsten anderer übersehen.

Man kann nicht alles haben: Die Diskussion um die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse im Frühjahr hat gezeigt, welche Erwartungen mit einer solchen Auswahl verknüpft sind. Es sollte sich die Qualität der Gegenwartsliteratur widerspiegeln, es müsse zu sehen sein, wie divers die Literaturlandschaft inzwischen ist. Das zeigt sich nun in der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, wenn auch für manchen sicher nicht deutlich genug. Die Kandidaten eint, so drückt es der Jurysprecher Knut Cordsen aus: eine „immense Lust und hohe Könnerschaft, Geschichten zu erzählen“.

Ihnen allen sind jeweils 2500 Euro und einige Auftritte zu Lesungen und Diskussionen sicher.