Berlin - Die Berlinale ist nicht abgesagt, sie hatte ein paar Wochen Winter- und Frühlingsschlaf und wacht an Sommerabenden wieder auf. Der Entschluss, das Berlinale Summer Special vom 9. bis 20. Juni 2021 in Form von Open-Air-Kinovorführungen stattfinden zu lassen, steht nun fest. Das teilte das Büro der Berliner Filmfestspiele am frühen Montagnachmittag mit. In dem Schreiben heißt es: „Die Berlinale ist glücklich, dem Publikum an insgesamt 16 Veranstaltungsorten beim Summer Special Kinogenuss unter freiem Himmel bieten zu können.“ 

Normalerweise findet die Berlinale im Februar statt, das war in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie unmöglich. Stattdessen wurde sie als Branchen-Event ohne Publikum und mit der Online-Sichtungsmöglichkeit für Presse und Verleihfirmen Anfang März durchgeführt. Nur die Jurys saßen in Kinosälen beieinander. Die Gewinner in den einzelnen Sektionen stehen seit dem 5. März fest. Das Summer Special war als Geste für die Berliner und internationalen Zuschauer gedacht, denn die Berliner Filmfestspiele sind traditionell ein Publikumsfestival. In der Planung war man davon ausgegangen, dass wie 2020 im Juni das Schlimmste überstanden sei. Allerdings schien die dritte Corona-Welle alle Planungen zu torpedieren.

Nun sinken die Corona-Inzidenzen in Berlin. Die Berliner Senatskanzlei unterstützt den Antrag der Berlinale auf ein Pilotprojekt mit Testpflicht. Zwar sind Vorführungen in Innenräumen vom derzeitigen Standpunkt aus noch nicht möglich, eine reine Open-Air-Veranstaltung wird es aber geben.

„Wir freuen uns außerordentlich über das neue Konzept für das Berlinale Summer Special, auch wenn wir es ursprünglich anders geplant hatten. Das Publikum wird ein ganz besonderes, gemeinsames Festivalerlebnis bekommen, etwas, das wir alle schon so lange vermissen“, teilen die Berlinale-Chefs Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian mit. Das Summer Special solle die Lust auf Kino wieder wecken und zum Wiederaufleben kultureller Aktivitäten mit Publikum beitragen. Insgesamt 16 Spielstätten wird es geben, darunter als zentralen Veranstaltungsort ein eigens geschaffenes Open-Air-Kino auf der Museumsinsel. Filmschaffende und Jurymitglieder würden nun eingeladen. Auch das traditionelle Element „Berlinale goes Kiez“ wird auf diese Weise beibehalten, etliche neue Aufführungsorte dafür wurden gefunden. Die Berlinale bekommt eine zusätzliche Förderung durch die Staatsministerin für Kultur.

Ticketverkauf beginnt am 27. Mai

Derzeit werden die Open-Air-Programmpläne sowie Hygiene- und Sicherheitskonzepte entwickelt, heißt es weiter. Auf der Museumsinsel wird das Summer Special am 9. Juni feierlich eröffnet, am 13. Juni findet die Preisverleihung der bereits im März von den offiziellen Jurys zuerkannten Preise statt. Das Summer Special bietet auch dem jungen Publikum ausgewählte Filmvorführungen. Die Kinder- und Jugendjurys der Sektion Generation, die im März wegen der Pandemie nicht antreten konnten, sichten zum Juni die Wettbewerbsbeiträge und verleihen die Gläsernen Bären an die Preisträgerfilme bei den jeweiligen Premieren.

Am 20. Mai wird das Programm des Summer Special auf www.berlinale.de  veröffentlicht. Eine Woche später, am 27. Mai, beginnt der Karten-Vorverkauf.

Open Air-Spielstätten des Berlinale Summer Specials:

Freiluftkino Museumsinsel, Freiluftkino Friedrichshain, Rehberge, Kreuzberg (Kunstquartier Bethanien), Hasenheide, ARTE Sommerkino Kulturforum, ARTE Sommerkino Schloss Charlottenburg, Open Air Kino HKW, silent green.

Open Air-Vorführungen in Kiez-Kinos:

Atelier Gardens Freiluftkino @ BUFA, Oberlandstraße 26-35; Freilichtbühne Weißensee; Freiluftkino Biesdorfer Parkbühne; Freiluftkino Friedrichshagen, Hinter dem Kurpark 13;Freiluftkino Pompeji, Laskerstraße 5; Freiluftkino vom Filmrauschpalast, Lehrter Str. 35; Frischluftkino@Studentendorf, Wasgenstraße 75.