Berlin - Ein legendäres Album des 2005 gestorbenen Posaunisten Albert Mangelsdorff trägt den programmatischen Titel „Now Jazz Ramwong“. Es dokumentiert die einzigartige Begegnung des experimentierfreudigen Jazzers mit thailändischer Volksmusik. Entstanden ist es im Sommer 1964, nachdem Mangelsdorff zuvor samt Band auf Einladung des Goethe-Instituts insgesamt 50 Konzerte in 20 asiatischen Ländern gegeben hatte. Vor dieser Tournee, so gab Mangelsdorff unumwunden zu, habe er gedacht, „die spielen einfach falsch“. Dann aber führte er auf eindrucksvolle Weise vor, dass populäre Musik und natürlich auch der Jazz sich aus vielen regionalen Quellen speisen.

Die Entstehungsgeschichte von „Now Jazz Ramwong“ ist ein feiner Beleg dafür, dass der kulturpolitische Auftrag des Goethe-Instituts, wie zeitgemäß steif er auch formuliert sein mochte, sich nie nur in eine Richtung bewegte. Von seiner Asientour kam Albert Mangelsdorff mit einem Seesack voller Inspiration zurück, und nicht ohne Stolz reiht das Goethe-Institut diese Episode einer kulturellen Aneignung ein in ein digitales Jubiläumsprodukt, das nun auf der Seite goethe.de/70 Jahre zu besichtigen ist. Anekdoten, Zahlen und ein bisschen für die digitale Präsentation designter Schnickschnack.

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