Berlin - Es ist das Gegenstück zum seit 2005 verliehenen Deutschen Buchpreis für den besten Roman des Jahres. Am Montagabend wird zum ersten Mal der Deutsche Sachbuchpreis vergeben, eine Auszeichnung, die bereits überfällig war. Als die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels endlich einen Plan dafür hatte, kam 2020 die Pandemie dazwischen. Jetzt aber!

Aus 220 Einreichungen wählte die Jury acht Bücher, unter denen sie nun im Humboldt-Forum den Gewinner kürt. Der Autor oder die Autorin des „herausragenden, in deutscher Sprache verfassten Sachbuchs, das Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung gibt“, erhält 25.000 Euro, die anderen Nominierten bekommen je 2.500 Euro. Schirmherrin des Preises ist die Kulturstaatsministerin Monika Grütters. In einer frohen Grußbotschaft erklärt sie, dass die Kunst des Sachbuch-Schreibens darin bestehe, den Leser und die Leserin „auf dem eigenen Fachgebiet zum sachkundigen Mitwisser zu machen“. Dieses Anliegen verdiene Unterstützung, „zumal in einer Zeit, in der oft meinungsstarke Bescheidwisser den Ton angeben und Fakten gegen Fake News um Aufmerksamkeit konkurrieren“.

Das sind die Nominierten: Heike Behrend schreibt in „Menschwerdung eines Affen“ (Verlag Matthes & Seitz) über ihre Feldforschungen in Ostafrika. Asal Dardan beschäftigt sich in „Betrachtungen einer Barbarin“ (Hoffmann und Campe) mit aktuellen Themen der Gegenwart. In „Hegels Welt“ (Rowohlt Berlin) ordnet Jürgen Kaube das Porträt des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel in seine Zeit ein. Andreas Kossert analysiert Migration in „Flucht – Eine Menschheitsgeschichte. Von der Aufklärung bis heute“ (Siedler). Nach Osten blickt Daniel Leese in „Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit“ (C.H.Beck).  In „Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur“ (Rowohlt) ergründet Michael Maar die Sprachkunst von Romanciers. Christoph Möllers analysiert in „Freiheitsgrade“ (Suhrkamp) Rechtsauffassungen und Liberalismus. Mai Thi Nguyen-Kim schließlich erklärt in „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ (Droemer Knaur), wie Wissenschaft Fakten ermittelt.