Berlin - Applaus und Jubel sind zu hören, aber man sieht nicht, wer klatscht. Eine Literaturpreisverleihung ist kein Fußballspiel, hier gelten noch Corona-Regeln. Als Fatima Daas und Sina de Malafosse ins Blickfeld der Kameras treten, vorsichtig Urkunden und große Blumensträuße überreicht bekommen, sieht es aus wie eine Probe. Doch der Ablauf ist nicht mehr wichtig. Zuvor schon hatten Annika Reich und Dominique Haensell im Namen der Jury eine Laudatio gehalten, die das ausgezeichnete Buch in einer Weise feiert, dass man als Zuhörer oder Zuschauer sofort loslesen möchte. Die französische Schriftstellerin, die sich das Pseudonym Fatima Daas gegeben hat, und die Übersetzerin Sina de Malafosse erhalten für „Die jüngste Tochter“ gemeinsam den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt 2021.

Unter den vielen Auszeichnungen für Autoren, Übersetzer und Texte hierzulande ist diese seit 2009 vergebene eine ganz besondere, weil sie das Kunstwerk Buch als Gemeinschaftsprodukt würdigt, wie es der deutschen Leserin, dem deutschen Leser begegnet. Literarisches Übersetzen bedeutet ja viel mehr, als nur den Inhalt zu übertragen. Der Rhythmus des Originals muss sich einer anderen Sprache anverwandeln. 20.000 Euro gehen an den Autor, 15.000 Euro an den Übersetzer.

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