Hertha Müller (Archivbild).
Foto:
imago images/Metodi Popow

Herta Müller hat Kartons voller Karteikarten mitgebracht. Es sind die Collagen, aus denen ihr neues Buch „Vater telefoniert mit den Fliegen“ gestaltet ist. Die lässt sie beim Chef des Berliner Literaturhauses im Zimmer, denn aus den Collagen wird jetzt eine Ausstellung entstehen. Deutlicher noch als in dem Buch und seinem Vorgänger „Die blassen Herren mit den Mokkatassen“ ist auf den Karten zu sehen, wie diese Art von Literatur entsteht: Zusammensetzt aus ausgeschnittenen Wörtern, verschieden groß, verschieden farbig, ergänzt um kleine Bilder. Beim ersten Blick mag man an einen Erpresserbrief  aus der Vor-Computer-Ära denken. Mit dem zweiten Blick begibt man sich in poetische Abenteuer. Das ist die spielerische Seite der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, deren Romane radikale Erfahrungen in deutlichen Sprachbildern nachzeichnen. Die Schriftstellerin, in Schwarz gekleidet wie immer, versorgt mit Wasser und einem Aschenbecher, gibt auf dem Balkon des Literaturhauses zu verstehen, dass sie genug Zeit für ein Gespräch hat.

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