Berlin - Wir müssen bescheiden sein, Bücher können die Welt nicht verändern, sagt Swetlana Alexijewitsch. Doch die Literaturnobelpreisträgerin hat mit ihrem Werk vielen die Augen geöffnet für sozialistische und postsowjetische Strukturen der Unterdrückung. Als im August des vergangenen Jahres die Proteste gegen die gefälschte Wahl in Belarus auf ihrem Höhepunkt waren, da wollten die jungen Widerständler auch die 72-jährige Schriftstellerin in ihrem Koordinierungsrat haben.

Mittlerweile ist sie in Berlin, mit einem Stipendium der Martin-Roth-Initiative beim Berliner Künstlerprogramm des DAAD. Am Donnerstagabend sitzt sie zusammen mit Herta Müller, ebenfalls Literaturnobelpreisträgerin, auf der Bühne des zuschauerlosen Maxim-Gorki-Theaters. Alexijewitsch, die Autorin von „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ und „Secondhand-Zeit“, widerspricht dem eigenen Rat zur Bescheidenheit und sagt auch, die Kunst könne ein Feuer entfachen, das die Menschen herausreiße aus der Banalität. Sie vermöge es, den Menschen auf Zehenspitzen gehen zu lassen.

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