Berlin - Die „Herzhand“ ist die Linke: Volker Kaminski hat soeben einen Roman mit diesem Titel veröffentlicht. Der ist, so schreibt seine Kollegin, die Schriftstellerin Tanja Dückers, „lesenswert für alle Linkshänder und Rechtshänder, Künstler wie Kulturszene-Geschädigte, Berlinfreunde und -feinde“. Die Bücherfrage der Woche geht an den Autor: Herr Kaminski, am Freitag lesen Sie in der Lettrétage zum ersten Mal aus Ihrem neuen Roman – wie sehen Sie dem entgegen?

Es ist für mich spannend, weil ich meinen Helden Helge durch den Literaturbetrieb schicke, in den ich mich selbst mit jedem Buch neu begebe. 1994 erschien mein erstes Buch, ich kenne den Betrieb also schon eine Weile. Ich lasse diesen Helge durch die Lektoratszimmer, Literaturhäuser und Künstlerkneipen ziehen, Wege, die ich selbst gegangen bin. Es ist kein Schlüsselroman, man wird nicht die Personen erkennen, mit denen ich zu tun hatte, dennoch gibt es sicher Wiedererkennungseffekte. „Ein Ex-Schriftsteller“ wird mein Held von anderen genannt, diesen Zustand will er überwinden. So bin ich auch mal bezeichnet worden, das ist nicht lustig. Mir ist es zweimal passiert, bei Volk und Welt in Berlin sowie Wortreich in Wien, dass die Verlage, in denen ich veröffentlichte, geschlossen wurden. Bei meiner Figur Helge liegt die Sache so, dass er nach mäßigem Erfolg das Schreiben zunächst aufgibt.

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