Mit über siebzig Jahren sagte die portugiesische Schriftstellerin Ilse Losa: „Die Kindheit ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Dies ist ein wunderbarer Satz, selbst wenn er vielleicht nicht immer stimmt.

Ilse Losas Paradies lag im Dorf Bueren bei Melle in Niedersachsen, im Haus ihres Großvaters. Die Großmutter war zwar auch da, doch sie war streng und strickte olle schwarze Strümpfe. Der Opa aber, von Beruf Pferdehändler, steckte voller Geschichten. Die erzählte er der kleinen Ilse, die zu der Zeit noch Lieblich hieß, und ließ sie auf seinem Rücken reiten wie auf einem Pferd. Der Opa war es auch, der sie mit in die Synagoge nahm, und dort verliebte sie sich in die munteren, runden hebräischen Buchstaben, die sie viel schöner fand als die „deutschen“, die aussahen „wie eine alte Frau mit Mittelscheitel“.

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