Tokio - So langsam verliert Toire den Mut. „Seit zehn Jahren zeichne ich Doujinshi“, sagt der 35-jährige von einem Internetcafé aus und blickt geknickt in die Kamera. „Dieses Umdenken und Zeichnen ist wirklich mein größtes Hobby gewesen.“ Wöchentlich verschlingt der Angestellte aus dem Bausektor in Tokio nach Feierabend Geschichten aus Anime und Manga, der japanischen Kultur von Zeichentrick und Comic. Und dann macht er sich seine Lieblingsfiguren zu Eigen, verleiht ihnen andere Rollen und baut mit ihnen eine neue Geschichte.

In Japan ist Toire, dessen Pseudonym sich mit „Toilette“ übersetzt, einer von vielen. Mindestens eine halbe Million Anhänger zählt die Subkultur namens „Doujinshi“, was auf Deutsch so viel heißt wie „die Magazine Gleichgesinnter“ oder Fanmanga. Wenn sich diese Szene in den letzten Jahren getroffen hat, war regelmäßig die größte Messehalle Japans voll. Dort kauft und verkauft man dann von Fans neugezeichnete Hefte, die nach „Captain Tsubasa“, „Sailor Moon“, „One Piece“ oder anderen Klassikern aussehen.

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