Berlin - Die Schriftstellerin Kirsten Boie ist von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau ins Schloss Bellevue eingeladen, um am Montagmorgen per Videoschalte mit Schülerinnen und Schülern aus der bayerischen Stadt Penzberg zu sprechen. Das klingt wenig staatstragend, was daran liegt, dass der Hintergrund für das Gespräch kaum bekannt ist: Am späten Abend des 28. April 1945 sind in Penzberg acht Männer erschossen, sechs Männer und zwei Frauen erhängt worden. Polizisten und Volkssturmleute machten Jagd auf Menschen, die im Verdacht standen, sich über das Ende von Hitlers Diktatur zu freuen. Kirsten Boie schreibt davon in ihrem Buch „Dunkelnacht“.

Boie gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und vielseitigsten Autoren für junge Leser. Sie ist zugleich diejenige, die sich am deutlichsten öffentlich für Kinder und Jugendliche einsetzt. Sie hatte 2018 die Initiative „Jedes Kind muss lesen lernen“ gestartet und einen nationalen Lesepakt gefordert, den es seit kurzem offiziell gibt. Lesen nennt sie das „Nadelöhr in die Gesellschaft“. Wer nicht sinnentnehmend lesen kann, vermag an vielen Prozessen in Kultur, Wirtschaft und Politik nur eingeschränkt teilzunehmen.

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