Heldenmut braucht es an anderen Stellen, aber Mumm gehört dazu, sich in einen Roman von László Krasznahorkai zu begeben. Man kann nicht wissen, was einen dort erwartet, aber bequem und übersichtlich wird es nicht sein, dafür aber einen unmenschlich langen Atemzug lang, diesmal mehr als 400 Seiten ohne Punkt, wenn auch mit Komma, garantiert einer der längsten Sätze der Welt, den selbst die Kapitelüberschriften nur grafisch unterbrechen können. Aber das ist in den Büchern von László Kraznahorkai, der es auch nicht immer so toll treibt wie diesmal, keine Manier. Es bestimmt den Lese-(und vermutlich den Schreib-)rhythmus. Denn der unmenschlich lange Atemzug lässt sich von einem Menschen ja nicht nachvollziehen, er gerät beim Lesen in ein unaufgeregtes, aber stete Aufmerksamkeit erforderndes Nach-Luft-Schnappen. Weder dem Satz noch der Leserin oder dem Leser geht die Puste aus, aber Atemtechnik braucht es schon.

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