Berlin - Ursula Krechel, damals vor allem Theaterautorin und Lyrikerin, heute längst durch ihrer Romane einem breiten Publikum bekannt, wurde im August 1976 in Berlin-Friedenau Zeuge eines merkwürdigen Vorfalls. Den Schriftsteller Klaus Roehler erreichte ein Brief von Uwe Johnson, „in dem dieser anfragte, wohin er einen Farbfernseher liefern solle und welche Marke gewünscht werde.“ Sie erzählt davon in einem Beitrag für die Spr.i.t.Z., die Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter. Das Erlebnis ist besonders passend für diese besondere Ausgabe. Denn die widmet sich jahrzehnteweise Berliner (Literatur-)Geschichte, ausgehend vom Jahr 1961, in das nicht nur der Mauerbau fiel, sondern auch die Gründung der Zeitschrift.

Herausgegeben wird sie im Literarischen Colloquium Berlin (LCB), am Wannsee gelegen, also für 28 Jahre vom „antifaschistischen Schutzwall“ umschlossen. Die genaue Zahl der Jahre hat in diesem Zusammenhang eine Bedeutung. Wie Ursula Krechel ausführt, forderte Roehler Auskunft, „was um Himmels willen Johnson dazu brächte, ihm ein Gerät aufzunötigen.“

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