Berlin - Wenn man heute auf die Homosexuellenrechte verweist, erscheint deren Wert wie ein Gemeinplatz. Man muss sich geradezu kneifend daran erinnern, dass noch vor Jahrzehnten das öffentliche Bekenntnis zum Schwulsein einem Lebensrisiko gleichkam. Vor einem Jahrhundert kamen Homosexuelle gar nicht erst auf den Gedanken, ihre Orientierung öffentlich zuzugeben. Das Ausleben von Homosexualität fand im Untergrund statt, im Geheimen, in eingeweihten Kreisen.

Das weiß man. Trotzdem wirkt es schockierend, wenn man in dem Fotoband „Loving“ blättert, der historische Bildaufnahmen schwuler Männer zeigt, und dabei wieder über den Hinweis stolpert, wie scharf Homosexualität gesellschaftlich geächtet wurde. Über einen Eklat in New York im 20. Jahrhundert heißt es: „Am 21. Februar 1930 wurden in den Bädern des Hotels Ariston 26 Männer verhaftet, von denen einige wenige wegen ‚Analverkehrs‘ zu bis zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurden.“ All das ist nicht lange her.

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