Berlin - „Darf man als weiße Person überhaupt noch etwas sagen?“ So und ähnlich klingen Leute, die sich von den zunehmend divers werdenden Stimmen aus öffentlichen Debatten verdrängt fühlen – nicht selten ausgerechnet dann, wenn sie auf Diskriminierungen hinweisen. Der Journalist Mohamed Amjahid hat darauf eine einfache Antwort. Natürlich könne man niemandem den Mund verbieten, sagt er. Bloß: „Man kann einfach nicht mehr erwarten, dass es keinen Widerspruch gegen die Andersmachung von Minderheiten gibt. Das ist alles.“

Der 1988 in Frankfurt am Main geborene Autor ist Kind marokkanischer Eltern und hat sich mit rechtsextremen Netzwerken in Sicherheitsbehörden beschäftigt. Mit seiner ersten Publikation „Unter Weißen“ (2017) beschrieb er bereits die Funktionsweise weißer Privilegien. In seinem neuen Buch „Der weiße Fleck. Eine Anleitung zu antirassistischem Denken“ attestiert Amjahid den eingangs erwähnten Fragestellern eine Unfähigkeit, im Kampf um Deutungshoheit den nötigen Raum für mehr Vielfalt freizumachen und hakt sich damit ein in die Reihe kürzlich erschienener antirassistischer Publikationen wie die der Autorinnen Alice Hasters oder Tupoka Ogette.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.