Berlin - Ab Mittwoch beschäftigen sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller an drei Tagen mit dem Platz von psychischen Erkrankungen in der Literatur: „Die Wunde zeigen: Mental Health und Literatur“. Unsere Bücherfrage der Woche geht an die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Nina Schmidt, die das Programm mit entwickelt hat: Sind Bücher, in denen die erzählende oder eine handelnde Person mit einer psychischen Erkrankung oder Störung kämpft, typisch für unsere Gegenwart?

Nina Schmidt: Das wage ich nicht mal zu behaupten – die Texte von Georg Büchner, Alfred Döblin oder Sylvia Plath beispielsweise sind nicht gerade Gegenwartsliteratur. Da wäre ich also vorsichtig. Und doch beobachten wir aktuell vielleicht eine neue Offenheit, gesellschaftlich, für Texte dieser Art, die dann entsprechend auch leichter Verlage und damit Wege in die Öffentlichkeit finden. Gerade im Bereich autobiografischen Schreibens tut sich etwas. Lebensnahes Schreiben scheint mir generell Auftrieb zu haben, Verlage und Wertschätzung zu finden – auch z.B. zu Klassismus, Rassismus –, und auch Formate, die sich zwischen fiction und non-fiction bewegen.

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