Ob mit oder ohne Slogan wie „Leipzig liest trotzdem“, „Buchmesse Popup“ oder „Weiter:lesen“, ob es Preisverleihungen oder Ausstellungen sind: Autoren, Leserinnen, Buchhändler, Verlagsmenschen, Presseleute klumpen sich in Sälen, in den Straßenbahnen, auf den sonnigen Plätzen dieses kalten Frühlingsanfangs in Leipzig zusammen, als wäre nicht fünf Wochen zuvor die Buchmesse abgesagt worden. Friedliche Tage sind das, zwei Flugstunden nur entfernt vom barbarischen Morden, von der Zerstörung europäischer Städte und Kultur. „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ – sprühten Friedensbewegte im vorigen Jahrhundert auf Mauern. Man kann das zusammenbringen: Der Krieg, den die russische Armee gegen die Ukraine führt, war ein prägendes Thema an diesem Wochenende. Dass dieser Eindruck entstand, ehrt alle, die versucht haben, in Leipzig zu retten, was beinahe verloren gegeben wurde: den Bücherfrühling und das Gespräch über den Zustand der Welt. Denn es ist ja nicht irgendeine Konsumgütermesse, die hier normalerweise stattgefunden hätte, sondern jene, in der geistige Nahrung getestet und verteilt wird.

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