Berlin - Der Preis der Leipziger Buchmesse wird Ende Mai vergeben. Laut Satzung ehrt der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis „herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen“. Seit am 13. April die Shortlist veröffentlicht wurde, wird über ihn stärker als in anderen Jahren vor allem in den sozialen Medien diskutiert. In einem am Donnerstag verbreiteten offenen Brief wird die Entscheidung der siebenköpfigen Jury „problematisch“ genannt. Die Kritik bezieht sich darauf, dass sich unter den Nominierten „keine Schwarzen Autor:innen und Autor:innen of Colour“ befänden. Zu den Unterzeichnern gehören neben zahlreichen amerikanischen und britischen Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern auch die deutsche Autorin und Verlegerin Zoë Beck sowie die Autorinnen Mithu Sanyal, Jasmin Schreiber und Karosh Taha. Sie wollen, so heißt es, eine Diskussion anregen: „Über institutionelle Strukturen innerhalb der deutschen Gesellschaft, die nicht immer für alle wahrnehmbar sind, aber dennoch immer wirken. Auch im Literaturbetrieb.“

Man darf gespannt sein auf die Diskussion, die nun folgen wird. Denn eigentlich zeigte sich doch gerade in den vergangenen zehn Jahren, dass das Interesse an Diversität auch auf dem Buchmarkt immens gewachsen ist. Beweisen nicht etliche Veröffentlichungen von Autorinnen und Autoren, die Deutsch nicht als erste Sprache gelernt haben, die Arbeit der Agenten und Lektoren in dieser Richtung? Oder lassen sich Belege dafür finden, wie der Literaturbetrieb eine Gruppe Schreibender aussiebt?

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.