Die wichtigste Literaturauszeichnung der ersten Jahreshälfte, der Preis der Leipziger Buchmesse, wird am 17. März verliehen, obwohl die Messe nicht stattfindet. Die je fünf in den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Übersetzung am Donnerstag nominierten Titel werden in den nächsten Wochen eine besondere Aufmerksamkeit bekommen. Das ist eine Währung, die derzeit einen besonders hohen Kurs hat. Seit Beginn der Pandemie gibt es wesentlich weniger Lesungen und andere Formate der Buchpräsentation.

Aus diesem Grunde haben sich rund 50 unabhängige Verlage entschlossen, dennoch nach Leipzig zu fahren. Vom 18. bis 20. März veranstalten sie ein „Buchmesse Pop-up“. In der Kulturfabrik Werk 2 in Connewitz stellen zum Beispiel Aufbau, C. H. Beck, Hanser, Klett-Cotta, Kunstmann, Matthes & Seitz, Suhrkamp, Verbrecher und Wagenbach aus. Das sind keine unscheinbaren tapferen Kämpfer, sondern durchaus wichtige Größen. In den Cammerspielen nebenan gibt es ein Lesungsprogramm. Initiiert haben dieses Pop-up Leif Greinus von Voland & Quist und Gunnar Cynybulk vom Kanon-Verlag.

Sicher werden einige der für den Preis Nominierten sich auch dort vorstellen. In der Belletristik-Sparte schlägt die Jury die dieser Tage erscheinenden Bücher von Katerina Poladjan („Zukunftsmusik“) und Heike Geißler („Die Woche“) vor, außerdem, bereits aus dem Herbst, Emine Sevgi Özdamars „Ein von Schatten begrenzter Raum“, Dietmar Daths „Gentzen oder: Betrunken aufräumen. Kalkülroman“ und Tomer Gardi mit „Eine runde Sache“. Unter dem Gerechtigkeitsaspekt, unter dem eine solche Auswahl sofort betrachtet wird, sieht es gut aus: drei Frauen, zwei Männer; drei von ihnen schreiben zwar auf Deutsch, haben es aber nicht als Muttersprache erlernt.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik stehen Bücher von Horst Bredekamp, Hadija Haruna-Oelker, Christiane Hoffmann, Juliane Rebentisch und Uljana Wolf auf der Nominierungsliste, ebenso fünf Übersetzer, ohne die der deutsche Buchmarkt nicht so vielfältig wäre, wie er ist.