Das Buch sieht so imposant aus, dass es gleich das Zimmer beherrscht, in dem es auf dem Tisch liegt. Roter Einband, schwarz geprägte Titelbuchstaben und die schwarze Zeichnung eines Vogels, auch die Seiten bilden einen schwarzen Block. Es braucht den gestalterischen großen Auftritt, damit man sich dem Roman ernsthaft nähert. Die Autorin Radka Denemarková ist in der Tschechischen Republik zwar prominent und in Deutschland spätestens seit dem Tschechien-Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse vor drei Jahren auch nicht mehr unbekannt, aber fremd genug, um übersehen zu werden. „Stunden aus Blei“, so der Titel, ist von der Autorin selbst „wie ein Tempel“ erbaut worden, das schreibt sie in der Nachbemerkung (übrigens auf Seite 869). 2013, 2015 und 2016 ist sie wiederholt nach China gereist, dort habe das Thema sie gefunden – nicht umgekehrt.

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