Für sein Buch „Nordwasser“ hat der damals 53-jährige Ian McGuire 2017 den Encore Award der britischen Royal Society of Literatur erhalten, nachdem es zuvor immerhin für den Man-Booker-Prize nominiert war. Mit diesem Literaturpreis wird der „Beste zweite Roman“ eines Autors gewürdigt, um damit der im Vergleich zu Debüts nachlassenden Aufmerksamkeit entgegenzuwirken. Gäbe es auch einen Preis für einen dritten Roman, dann hätte McGuire abermals gute Chancen. Denn sein jetzt bei dtv auf Deutsch erschienenes Buch „Der Abstinent“ ist ein dunkles Meisterwerk, in dem es um Gewalt, Verrat und Einsamkeit geht.

Wie schon „Nordwasser“, das die abenteuerliche Geschichte eines Militärarztes auf einem Walfängerschiff erzählt, spielt auch McGuires neuer Roman im 19. Jahrhundert. Die Schauplätze sind vor allem Manchester und - im Romanfinale - Pennsylvania. Der Roman beginnt mit einer historisch verbürgten Episode: Im November 1867 werden in Manchester drei Aktivisten der Fenian Brotherhood, einer irischen - heute würde man sagen: terroristischen - Unabhängigkeitsbewegung, gehängt. Das Trio hatte zuvor Kameraden aus einem Gefängnistransporter befreit und dabei einen Polizisten erschossen.

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