„Ihr wisst nicht, was das ist – Familie.“ So sagt Mora es in die Runde, als sich anlässlich des 77. Geburtstags ihres Schwiegervaters dessen drei erwachsene Kinder Huberta, Bettina und Sebastian samt Anhang im Restaurant versammelt haben. Familie, stimmt – was war das nochmal? Diese drei jedenfalls haben sich gründlich auseinandergelebt und kommen bestenfalls halbherzig der familiären Pflicht nach, zu der Bettina ihre über Deutschland verstreuten Geschwister zusammengerufen hat. „Inneres Wetter“ erzählt den langen Vorlauf dieser Reise in drei Haushalten und markant unterschiedlichen Gedankenwelten.

Es dominieren Skepsis und Distanz statt Nähe und Beziehung. Selbstzweifel, vielleicht sogar Selbsthass, sind für Huberta nicht nur dann ein Thema, wenn sie ihr knappes Geld vor allem in Alkohol investiert. Würde sie die Prozac-Tabletten, die ihr die Ärztin für ihren uralten, sterbensschwachen Hund Lizzy anbietet, für Lizzy oder am Ende für sich selbst benutzen? Von Jugend an politisch engagiert, von den Werten und Bräuchen ihrer gutbürgerlichen Herkunftsfamilie distanziert, ist sie trotzdem nicht bei einer eigenen Freiheit angekommen. Und würde man es nicht selbstquälerisch nennen, wie Sebastian innerlich festgefroren scheint zwischen der Attraktion einer anderen Frau und seiner trotz allem intensiven Beziehung zu Mora, der schönen, selbstbewussten, aus Dalmatien stammenden Ehefrau?

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