Berlin - Mit dem folgenden Satz kann die Rezensentin Leser gewinnen und verlieren: „Dies ist ein Buch über die besondere Beziehung zwischen einem Mädchen und einem Pferd.“ Die Kategorie „Pferdebücher“ füllt seit Jahrzehnten ein wachsendes Segment im Buchhandel, gedacht vor allem für Reiterferien-Mädchen. Um diejenigen, die sich vor diesem Einerlei gruseln, aufzuhalten, sei schnell gesagt: Katharina Hackers Kinderroman „Alles, was passieren wird“ folgt nicht dem viel erprobten Pferdefreundschaftsmuster. Die Schimmelstute Belle, der das Mädchen Iris am Martinstag in Berlin begegnet, verhält sich zwar angenehm ruhig in seiner Nähe. Doch Belles Wohlergehen ist die kleinste von Iris’ Sorgen.

Katharina Hacker, bekannt geworden durch den Roman „Die Habenichtse“, für den sie 2006 den Deutschen Buchpreis erhielt, schreibt hier zum ersten Mal für Kinder ab zwölf Jahren. Sie nimmt dieses Publikum genauso ernst wie ihr übliches, dem sie zuletzt die Minutenessays „Darf ich dir das Sie anbieten?“ und den Roman „Skip“ schenkte. Iris, die hier erzählt, hat ihre Mutter durch eine schwere Krankheit verloren, noch schneller als befürchtet. Der Verlust riss sie in einer Weise aus ihrer inneren Gewissheit, dass gleich noch die Beziehung zu ihrer jahrelang besten Freundin Lisa einen schweren Knacks bekam. Und der Vater verliert in seiner eigenen Not den Draht des Verständnisses zu seiner Tochter.

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