Berlin - Das alles passiert zwischen dem 28. Januar und 15. März 1933: Bertolt Brecht hat ein wenig Ruhe im Krankenhaus. Wegen einer Leisten-Operation befindet er sich in einer Münchener Privatklinik, dort wird niemand nach ihm suchen. Egon Erwin Kisch entkommt nach einigen Tagen dem Gefängnis, weil die tschechoslowakische Regierung intervenierte. Heinrich Mann wird nahegelegt, den Vorsitz der Sektion Literatur an der Preußischen Akademie der Künste niederzulegen, und er tut es, weil man ihm sagt, von seiner Entscheidung hänge die Sicherheit der Kollegen ab. Gabriele Tergit verlässt an ihrem 39. Geburtstag Berlin, das Manuskript ihres heute viel gelesenen Romans „Effingers“ im Gepäck. Als SA-Leute an ihre Wohnungstür hämmerten, konnte ihr Mann sie noch vertreiben. Alfred Döblin gelingt es am Tag nach dem Reichstagsbrand, am Potsdamer Platz den Mann abzuschütteln, der ihm über zwei U-Bahn-Linien folgte. Im Zug nach Stuttgart blickt er aus dem Fenster: „Wie oft ist er hier am Anhalter Bahnhof angekommen, hat die gleichen Lichter gesehen und erleichtert aufgeatmet, endlich wieder zu Hause zu sein. Berlin ist die Stadt seines Lebens. Jetzt verlässt er sie und weiß nicht, ob er je zurückkehren wird.“

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