Wenn ein russischer Autor heute einen Roman mit dem Titel „Das perfekte Gift“ veröffentlicht, liegen Gedanken an den Giftanschlag auf Alexej Nawalny so nahe, dass es fast unheimlich ist. Sergej Lebedews Buch, das jetzt in der Übersetzung von Franziska Zwerg herauskommt, erschien im Original aber schon 2019, ein Jahr vor dem Anschlag. Allerdings gab es damals bereits eine Parallele, die Vergiftung des früheren Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter. Skripal lebte seit mehreren Jahren im englischen Salisbury, seine Verfolger erwischten ihn dort.

Sergej Lebedew erzählt weder Skripals noch Nawalnys Geschichte, sein Roman aber handelt von der Macht russischer Geheimdienstler, die weit über die Grenzen ihres Landes reicht. Er nutzt die Mittel des Spionagethrillers, doch erzählt er weitaus ausgefeilter über Geschichte, Kultur und Politik. Die Linien zwischen seinen Figuren ergeben ein feines literarisches Gespinst unterhalb der machtvollen Netze von KGB und GRU und auch der DDR-Staatssicherheit.

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