Berlin - In Berlin war er 1953 bis 1976 zu Hause, bis die DDR ihn rauswarf. Jetzt finden sein Archiv und seine Tagebücher hier eine Heimat: Die Berliner Staatsbibliothek erwarb mithilfe des Bundes sowie der Kulturstiftung der Länder das private und berufliche Archiv sowie die persönlichen Tagebücher des Liedermachers und Dichters Wolf Biermann. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Staatsbibliothek gehört, kündigte am Mittwoch eine feierliche Übergabe für Dienstag (13. Juli) an. Der 84-Jährige wird laut Ankündigung Lieder und Gedichte dazu beitragen.

Biermann spiegele mit seinem Werk wie kein anderer Zerrissenheit und Vereinigung Deutschlands wider, hieß es. „Er war eine der wichtigsten politischen Stimmen des Widerstands in der DDR. Mit seinen politischen Essays regte er im wiedervereinigten Deutschland wichtige Debatten an.“

Der in Hamburg geborene Biermann war 1956 in die DDR gezogen und lebte in Ost-Berlin. Dauerhafte Auseinandersetzungen mit Staat und Partei gipfelten 1976 in seiner Ausbürgerung, in deren Folge Proteste und Loyalitätserklärungen die Künstler- und Intellektuellenszene in der DDR zerrissen. Biermann lebt mit seiner Frau Pamela in Hamburg. Sein letztes (kurzes) Konzert in Berlin fand im September 2019 am neuen Forschungsstandort des Max-Delbrück-Centrums in Mitte statt, im Rahmen von dessen Gesprächsreihe „Breaking Boundaries – Grenzen überschreiten“.