Kurz glaubt man, dass Zadie Smith mit ihrer neuen Veröffentlichung „Grand Union“ einen ähnlichen Weg wie Judith Herrmann in „Alice“ einschlägt: mit traurig-komischen Kurzgeschichten über das Verlassenwerden. Im ersten Kapital „Dialektik“ erzählt die britische Autorin von einer Frau mit „halb angenagtem Hühnerflügel in der Hand“, die am Strand mit ihrer heranwachsenden Tochter über Allerlei spricht. Ihre Söhne baden im Meer, der Vater ist längst fort, was hier zum Glück niemand bemerkt. „Insgeheim hoffte sie aber und malte sich aus, dass seine Tage grausam und düster waren.“ Schließlich muss die Mutter beim Vergraben ihrer Flügelreste ans Schreddern von Küken denken. Dann endet die Erzählung und man fragt sich als Leser, wann und warum sie ihren Ex-Mann wohl in hunderttausend Stücke teilen wird.

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