Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) im Gespräch mit dem Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.
Foto:  dpa/Annette Riedl

Berlin - Am Donnerstagnachmittag beharrte Mario Vargas Llosa auf der widerständigen Rolle der Literatur, wie er es schon am Mittwochabend tat, als das Internationale Literaturfestival Berlin (ilb) eröffnet wurde. Hatte der Literaturnobelpreisträger erst eine kleine Ansprache gehalten, war er nun Gesprächspartner des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Kammermusiksaal der Philharmonie. Von solcherlei Begegnungen erwartet vermutlich niemand große Erkenntnisse. Es geht vielmehr darum, einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart beim Entwickeln seiner Gedanken zuzuhören und zu erleben, ob der höchste hiesige Politiker ähnlich frei spricht. Doch dieser Dialog blieb nicht nur an der Oberfläche. 

Frank Walter Steinmeier sagte, er habe in der frühen Phase des Lockdowns mehr gelesen als sonst. Zunächst „Die Pest“ von Albert Camus, „wie sicher alle hier im Saal“, was angesichts der sehr dünn besetzten Reihen ja keine große Zahl von Menschen wäre, aber auch Wolf Biermanns Autobiografie. Und deswegen wolle er fragen, ob sich nicht die Rolle der Schriftsteller in autokratischen Systemen von der in der Demokratie unterscheide? Nein, befand Mario Vargas Llosa, „Literatur sagt immer, was schief läuft“. Es gebe keine Gesellschaft, in der alle mit allem zufrieden sind.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.