Stadtgeister: die Rolling Stones in Aktion.
Foto: AFP/
MICHELE EVE SANDBERG

BerlinMit nur einer Stunde Vorankündigung  haben die Rolling Stones am Donnerstagabend ihre neue Single „Living In A Ghost Town“ veröffentlicht. Gestartet wurde das Stück punkt 20 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit auf diversen Online-Plattformen. Ein Countdown zählte die letzten 60 Sekunden vor der Videopremiere. Nach ihrem spektakulären Erfolg mit der Präsentation ihres Klassikers „You Can't Always Get What You Want“ beim Streaming-Event „One World Together At Home“ am vergangenen Wochenende nutzte die Band um Mick Jagger und Keith Richards den publizistischen Schwung, um eindrücklich darauf hinzuweisen, dass von ihr auch in Zukunft noch etwas zu erwarten ist.

Das offizielle Video zu „Living In A Ghost Town“ von den Rolling Stones.

Quelle: Youtube

Wie aus einer kurzen Begleitnotiz zu erfahren ist, stammt „Living In A Ghost Town“ aus den Sessions für das schon seit geraumer Zeit angekündigte neue Studioalbum der Band. Es wäre das erste seit fünfzehn Jahren.  Zuletzt war 2012 die Single „Doom and Gloom“ erschienen, danach gab es noch diverse Live-Alben und die Platte „Blue & Lonesome“ mit Aufnahmen von Blues-Standards. 

Wie also klingen die Rolling Stones bald sechzig Jahre nach ihrer Gründung? Nun, wie die Rolling Stones. Wobei man sagen darf, dass „Ghost  Town“ einmal nicht den üblichen Stonesrock strapaziert, sondern sich an eher groovenden Schemata  à la „Hot Stuff“ (1975), „Anybody Seen My Baby?“ (1997) oder auch „Rain Fall Down“ (2005) orientiert. Wie sich das gehört, beginnt das Stück mit einem Gitarrenriff von Keith Richards, das augenblicklich von einem „Ohohoho“-Chor abgefangen wird. Dann läuft das Ganze gut vier Minuten ziemlich elegant durch, unterbrochen nur von einer kurzen Dub-Passage im Mittelteil. Mick Jagger singt und bläst die Mundharmonika, Ron Wood und Charlie Watts tun, wofür sie nicht schlecht bezahlt werden, und das war's dann auch schon. Das beste Stones-Stück seit sehr langer Zeit 

Im offiziellen Video zu „Living In A Ghost Town“ sind Fotografien von menschenleeren Straßen in Kapstadt, Kyoto, London, Los Angeles, Oslo, Toronto und dem englischen Küstenstädtchen Margate zu sehen.  Das ist der spezielle Corona-Aspekt an der Single, die bereits vor einem Jahr in Los Angeles und London eingespielt wurde und am 20. Juni auch als CD und auf Vinyl erscheint.