Der Schauspieler Louis Hofmann als Jonas Kahnwald in einer Szene aus der dritten Staffel von „Dark“. 
Foto: dpa/Netflix

BerlinAm Sonnabend endet die düstere Serie „Dark“ auf Netflix mit ihrer dritten Staffel. Die zentrale Figur des jungen Jonas Kahnwald spielte der Wahl-Berliner Louis Hofmann („Die Mitte der Welt“), für den das seine bisher umfangreichste Aufgabe vor der Kamera war: „Bisher endeten meine Arbeiten fast immer nach sechs bis acht Wochen. Für mich war es also etwas Besonderes, die Rolle von Jonas dreieinhalb Jahre nie ganz wegzupacken. Seine Persönlichkeit hat mich immer begleitet.“ Diese Serie bedeutet für den 23-Jährigen „eine lange Zeit voller wunderbarer Erfahrungen. Dabei sind Freundschaften entstanden und ich konnte mir viel Filmwissen aneignen. Ich bin unfassbar stolz darauf, dass ich bei diesem Werk dabei sein durfte.“ Über die Frage, ob er denn tatsächlich alles von der anspruchsvollen „Dark“-Handlung verstanden habe, muss er schmunzeln: „Ich kann ja im Drehbuch zurückblättern und verstehe deshalb viel. Beim Drehen konzentriere ich mich aber auf meinen Strang. Das hat den Vorteil, dass ich dann wieder zum Zuschauer werde, wenn ich mir die Serie anschaue. Was richtig Spaß macht.“

Wie immer bei einer beliebten Serie kommt jetzt für die Zuschauer die Zeit des Abschiedsschmerzes. Hofmann gefällt, dass nicht so lange produziert wird, bis das Interesse ermattet ist: „Die Serie war von Anfang an als Trilogie konzipiert. Und es ist gut, dass sie jetzt zu ihrem runden Ende geführt wurde.“

Die „Dark“-Fans, die unermüdlich faszinierende Theorien zu den Hintergründen der Handlung entwerfen und in Fan-Foren diskutieren, gefallen ihm: „Diese Ambition, alles verstehen zu wollen und andere Menschen von der Güte der Serie zu überzeugen, ist schon besonders.“ Wegen der weltweiten Ausstrahlung bei Netflix gibt es nun allerdings kaum noch Gegenden, in denen der Schauspieler unbehelligt entspannen kann: „Es ist eine faszinierende Erfahrung in einem fernen Land plötzlich in ein Gespräch über die Serie verwickelt zu werden. Wenn ich höre, dass wir viele Fans in Brasilien, Indien, Mexiko und Argentinien haben, dann ist das abstrakt. Real wird es, wenn sie plötzlich vor mir stehen.“

Offizieller Trailer von „Dark“: Staffel 3.

Video: YouTube

Corona hat auch das Leben von Louis Hofmann durcheinander gewirbelt: „Am Anfang war ich noch in London. Da hat mir die Pandemie Angst gemacht, weil alles so vage war.“ Plötzlich hatte er Zeit, die Fenster zu putzen und die Steuererklärung zu machen. „Berlin-Mitte war auf einmal leer, fühlte sich jeden Tag wie Sonntag an. Die Nachbarschaft rückte enger zusammen.“ Irgendwann kam die Langeweile, und er erinnerte sich an alte Hobbies. „Jetzt fahre ich also wieder viel Skateboard, spiele Tischtennis und Schlagzeug.“

Seinen vollständigen Namen mag Felix B. nicht in der Zeitung lesen. Das würde es den Fans von „Dark“ zu leicht machen, sein Haus zu finden. Ihm gehört nämlich das Hauptmotiv der Serie am Waldrand nördlich von Berlin, in dem der von Louis Hofmann gespielte Jonas lebt. Dieses Haus übt auf viele Zuschauer eine besondere Anziehungskraft aus. Sie zeichnen sich beim Anschauen von „Dark“ einen Grundriss und gehen damit per Google Earth auf die Suche. „Hier fuhren neulich sechs Mädels als putzige Kolonne in ihren Autos vor, stiegen aus, brachten ihre Selfiesticks in Anschlag und dann ging das aber los!“ Inzwischen muss er auch in alltäglichen Situationen damit rechnen, auf die Serie angesprochen zu werden: „Eine Reiterin, die hier öfter vorbei kommt, fragte über den Gartenzaun: ‚Ist Jonas zu Hause?‘ Ich wollte ihr erst erklären, dass mein Sohn anders heißt, da fiel bei mir der Groschen.“

Felix B. fand die Dreharbeiten spannend: „In der Umgebung wurden die wildesten Geschichten erzählt. Auch die, dass hier angeblich Pornos gedreht werden.“ Er war vor den Typen vom Film gewarnt worden, die würden doch nur alles kaputt machen: „Ich habe da ganz andere Erfahrungen gemacht. Also zu mir dürfen sie immer wieder gern kommen.“ Sein Haus wird dann ein schickes neues Dach haben. „Eine Freundin hat mich auf die Idee gebracht. Sie fragte mich, warum ich nicht den Putz abkloppe und verkaufe wie die Teilchen von der Berliner Mauer.“ Der Putz bleibt dran, aber die Ziegel sind inzwischen nicht mehr auf dem Dach. Felix B. verkauft jedem, der gern ein Stück des „Dark“-Hauses hätte, einen davon. Mit einer kleinen Messingplatte, die die fortlaufende Nummer der limitierten Serie trägt, mit einem selbst entworfenen und eigenhändig aus Schweißerdraht gebogenen Aufhängesystem und in einem extra dafür angefertigten Karton. Die billigsten Ziegel kosten im Shop auf der Seite dark-house.de gerade 89 Euro pro Stück und waren nicht im Bild, die teuersten für 299 Euro hat man in der Serie schon mal gesehen. Ziegel mit besonderen Nummern warten zum Preis von 15.000 Dollar auf Fans, bei denen es nicht auf den Preis ankommt. Die vermutet Felix B. – der Dollarpreis weist darauf hin – in den USA.