Die Provinz Quebec empfindet sich mal mehr, mal weniger als benachteiligt und fremd, als französischsprachiges Anhängsel zum englischsprachigen Kanada – und dann schließen sich im Süden auch noch die riesigen, kulturell so anders geprägten USA an. Die Quebecer sind in der Mehrheit katholisch, Montreal und Quebec wirken mit ihren alten Innenstädten auch heute noch „europäischer“ als etwa Toronto oder Vancouver. 1980 und wieder 1995 gab es Referenden für eine Unabhängigkeit der Provinz, das zweite scheiterte bei einer Wahlbeteiligung von 93 Prozent nur sehr knapp mit 50,58 Prozent Nein-Stimmen.

Der französische Seefahrer und Kolonisator Samuel de Champlain (1574–1635) gilt als der vielleicht wichtigste Gründervater Quebecs, er begann 1603 mit der Erforschung der Ostküste Nordamerikas, er war der erste Gouverneur der damals stolz Neufrankreich, la Nouvelle-France genannten Kolonie. Dass Archäologen und Historiker in der Stadt Quebec seit Jahrzehnten nach Champlains Grab suchen (und es bisher nicht gefunden haben, obwohl ziemlich viel gegraben wurde), das hat die anglo-kanadische Autorin Louise Penny zum Ausgangspunkt eines Kriminalromans genommen, ihres sechsten Falles mit Chief Inspector Gamache (Orig. „Bury Your Dead“, 2010). Sie hat damals vor Ort recherchiert und in der Altstadt Quebecs die „Lit and His“ gefunden, die Literary and Historical Society mit ihrer altehrwürdigen Bibliothek. In einer Danksagung entschuldigt sie sich für die Freiheit, den Bewahrern eines britischen Erbes im französischen Kanada einen (fiktionalen) Toten in den Keller gelegt zu haben.

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