Der Ernst-Lubitsch-Preis geht in diesem Filmjahr an gleich zwei Schauspieler: Wie die Berliner Zeitung erfuhr, sollen Bjarne Mädel und Lars Eidinger gleichermaßen für ihre Performance in der Komödie „25 km/h“ geehrt werden.

Der Jury sei „gar nichts anderes übrig geblieben“, so die Begründung des Clubs der Filmjournalisten Berlin e.V., der den Preis vergibt. „Denn das tragikomische Roadmovie entfaltet seine Kraft aus dem Zusammenspiel von Lars Eidinger und Bjarne Mädel, das uns zugleich berührt und amüsiert.“

Der Club-Vorsitzende Markus Tschiedert ergänzte auf Nachfrage: „Als grundverschiedene Brüder Christian und Georg, die ihren Jugendtraum wahr werden lassen, die Republik auf Mofas zu durchqueren, gewinnen sie auf Anhieb die Herzen der Zuschauer. Man wird selbst entschleunigt, wenn sie mit 25 Stundenkilometern durch die Landschaft tuckern - und doch ist ,25 km/h‘ dabei noch so dermaßen temporeich, dass man nach zwei Kinostunden zur eigenen Balance zurückfindet.“

Der Ernst-Lubitsch-Preis gehört zu den renommeeträchtigsten nationalen Kinopreisen. Er wird seit 1958 für die beste komödiantische Leistung im deutschen Film vergeben. Erster Preisträger war der Regisseur Kurt Hoffmann für den Klassiker „Das Wirtshaus im Spessart“ mit Lilo Pulver. 2018 bekam Charly Hübner den Preis für seine Rolle in der Sven-Regener-Verfilmung „Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt“.

Benannt ist die Auszeichnung nach dem in Berlin geborenen Regisseur Ernst Lubitsch (1892–1947), Erfinder der „Screwball-Komödie“ und Schöpfer von Klassikern wie „Ninotschka“, „Rendezvous nach Ladenschluss“ und „Sein oder Nichtsein“. Der sogenannte „Lubitsch-Touch“ gilt bis heute als Maßstab für intelligente Komödien. „Und niemand war in diesem Filmjahr auf so intelligente Weise komisch“ wie Mädel und Eidinger, so Markus Tschiedert.

Feierlich überreicht wird der Preis am 30. Januar 2019. Zur Gala, die traditionell im Kino Babylon stattfindet, wird auch Nikola Lubitsch erwartet, die in Los Angeles lebende, 80 Jahre alte Tochter des Meisterregisseurs. (BLZ)