BerlinDie meisten dürften sich Ludwig van Beethoven (1770–1827) als entschlossen grimassierendes Musikgenie mit Charakterkinn und Haartolle vorstellen. Das Bild des Komponisten wird bis heute von einem Gemälde des Malers Joseph Karl Stieler (1781–1859) geprägt, der sich vor allem darauf verstand, das Klischee des wilden Klangwerkers zu bedienen, eines vom Wahnsinn getriebenen, von Taubheit geschlagenen Berserkers. In etwa so, wie man sich in unserer Zeit wohl immer noch einen Rockstar herbeifantasiert, nämlich als Hotelzimmer verwüstenden Psychopathen.

Nehmen wir einmal kurz an, daran sei alles wahr. Dann stellt sich im Falle Beethovens sofort die Frage nach seiner Kindheit: Wie konnte es dazu kommen? Der Zeichner Mikael Ross legt mit dem Comic „Goldjunge. Beethovens Jugendjahre“ eine Antwort vor. Sie ist ihm sehr überzeugend gelungen. Seine Bildergeschichte entfaltet in ihren stärksten Momenten ein nur mühsam im Rahmen gehaltenes Tableau aus flirrenden Farben und Strichen und lässt etwas von der zerstörerischen Schöpfungskraft Beethovens ahnen, einem Zustand fortgesetzter Selbstgefährdung.

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