Berlin - Larissa gehört nirgendwo richtig dazu. Sie ist weder selbstbewusst genug für die Uni, noch ist sie politisch genug, um Häuser zu besetzen. Lieber ist sie betrunken: „Der Tag tot, die Nacht noch nicht geboren, reizloses Zwischenreich, das am besten weggesoffen sein will.“ Und selbst, wenn sie ihren eigenen Körper damit am härtesten bekämpft – so tut sie das nicht einmal mit der ausreichenden Portion systemkritischer Indifferenz, um Punk zu sein.

Larissa, die Protagonistin in Rebekka Kricheldorfs Debütroman „Lustprinzip“, ist deshalb in gewisser Weise Symbol für die Irrungen und Wirrungen vieler Post-Wende-Kinder, die es in den 1990er-Jahren (wie heute) aus ihren Heimatprovinzen in die Hauptstadt zog – „Wir haben die Achtziger verpasst. Das ist das interessanteste Charakteristikum unserer Generation“, so nüchtern stellt es die Ich-Erzählerin fest.

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