Die Dame auf dem Schiff erklärt den Passagieren im Sommer 1989 die Insel Hiddensee: 17 Kilometer lang, an der schmalsten Stelle nur 250 Meter breit. Noch wichtiger aber ist ihre Ansage: „Die gesamte Insel ist Grenzgebiet der Deutschen Demokratischen Republik.“ Ein Mann, der wissen will, ob man Dänemark sehen könne und wie viele es nach dorthin geschafft haben, wird von Uniformierten in Empfang genommen.

Die Verfilmung von Lutz Seilers Roman „Kruso“ beginnt faktisch-profan, als Einstieg für Zuschauer, die weder Hiddensee kennen noch das Buch gelesen haben. Dabei ruft dieser Roman nicht nach einer TV-Adaption: Zu wenig fernsehgerechte Handlung, zu viel Fantasie, Poesie und Utopie. Doch der MDR, der zusammen mit der Ufa-Fiction von Nico Hofmann schon Bücher wie „Der Turm“ erfolgreich für das ARD-Publikum aufbereitet hat, wagte sich auch an „Kruso“. Das Ergebnis ist ein Film, der das Buch strafft und konzentriert, manches eindeutiger macht – aber den Kern des Originals trifft und ihm nichts von seiner einzigartigen Atmosphäre nimmt. Auf Hiddensee könne man das Land verlassen, ohne eine Grenze zu übertreten, heißt es im Buch.

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