Berlin - Da treten mit Lars Eidigner und Ulrich Matthes die (einer verbreiteten Meinung nach) beiden weltbesten deutschen Hauptstadttheaterschauspieler in kurz nacheinander herausgebrachten Inszenierungen der finstersten Shakespeare-Tragödien gegeneinander an: der erste als Richard III. in der Schaubühne (Regie: Thomas Ostermeier) und der zweite als Macbeth im Deutschen Theater (Regie: Tilmann Köhler). Und es gewinnt − Trommelwirbel − die vom DT dazwischen geschobene Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“, die ganz ohne Titelrolle auskommt und von Stefan Pucher so bildmächtig wie leicht, so anrührend wie intelligent in Szene gesetzt und von einem durchküssenswerten Ensemble gespielt wurde. Ausgerechnet dieser Komödienabend ist der dringendste, herzzerreißendste, am wenigsten harmlose. Wobei sich auch die beiden Tragödieninszenierungen durch regielichen Mut bei literarischer Verbindlichkeit auszeichnen. Vielleicht sind uns die narzisstischen Narren einfach näher als die narzisstischen Schlächter?

Vielleicht ist aber auch die herausgestellte Hauptstadtschauspielerkunst ein bisschen das Problem. Was die aber auch können! Mit so hellem, gewinnendem, schlechtigkeitsbegeistertem Blick ins Publikum lächeln wie Eidinger. Aber auch Matthes! Schon vielfach gerühmt wurden seine Augen, die er brechen und brennen lassen kann, die Purzelbäume des Entsetzens schlagen und unter den Gedanken durchkugeln. Muss man gesehen haben.

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